Promotionspreis 2003
Laudatio
Dieses Jahr werden von der Bielschowsky Gesellschaft erstmalig
Promotionspreise vergeben. Die Vergabe von bis zu 2 Promotionspreisen
pro Jahr wurde anlässlich der Mitgliederversammlung der Bielschowsky
Gesellschaft im Rahmen der 9.Tagung der Gesellschaft in Heidelberg
am 08.11.2002 beschlossen.
Der Preis ist mit jeweils 500 € dotiert und soll in der Regel
jährlich vergeben werden. Die Preisträgerin/der Preisträger
soll bei Abschluss der Promotion nicht älter als 32 Jahre
sein und muss nicht Mitglied der Bielschowsky-Gesellschaft sein.
Vorschlagsberechtigt sind ausschließlich Mitglieder der
Bielschowsky-Gesellschaft.
Die Preisträgerin/der Preisträger wird von einer Kommission
aus 5 Mitgliedern ausgewählt. Die Kommission besteht aus
der/dem Vorsitzenden der Gesellschaft und 4 weiteren Mitgliedern,
die vom Vorstand der Bielschowsky-Gesellschaft bestellt werden.
Der diesjährigen Preiskommission gehörten in alphabetischer
Reihenfolge an: Prof. Dr. med. Joachim Esser, Essen; PD Dr. med.
Klara Landau, Zürich, Prof. Dr. med. Birgit Lorenz, Regensburg
(als Vorsitzende der Bielschowsky Gesellschaft), Prof. Dr. med.
Hermann Mühlendyck, Göttingen und Prof. Dr. med. Walter
Rüssmann, Köln (Vorsitzender der Preiskommission).
Fristgerecht eingereicht wurden 3 Arbeiten, zwei Arbeiten wurden
als preiswürdig eingestuft.
Bei den Arbeiten handelt es sich – in alphabetischer Reihenfolge
– um die Arbeit „Fixationsdisparation: Zur
Aussagekraft psychophysischer Prüfung“
vorgelegt von Frau Dr. Miriam Kromeier, geb.
Ball, aus Freiburg
sowie um die Arbeit „Die makuläre Aussparung
bei homonymer Hemianopsie“
vorgelegt von Herrn Dr. Jens Ingmar Reinhard
aus Tübingen.
Die Arbeit von Frau Dr. Kromeier wurde von Prof. Kommerell, Freiburg
betreut, die Arbeit von Herrn Dr. Reinhard von Frau Prof. Trauzettel-Klosinski,
Tübingen.
Frau Dr. Kromeier wurde 1973 in Freiburg geboren.
Nach dem Abitur 1992 hat sie in Freiburg Humanmedizin studiert
und 1999 die Ärztliche Prüfung abgelegt. Im März
2001 hat sie ihre Dissertation abgeschlossen. Seit 1999 ist Frau
Dr. Kromeier an der Universitätsaugenklinik Freiburg tätig,
zunächst als Ärztin im Praktikum, und seit 2001 als
Wissenschaftliche Angestellte.
Die preisgekrönte Arbeit von Frau Dr. Kromeier ist von großer
klinischer Bedeutung und sowohl vom theoretischen Ansatz als auch
von der Durchführung her als herausragend zu bezeichnen.
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Winkelfehlsichtigkeit
ist insbesondere deshalb extrem wichtig, da die Methode der MKH
nach HJ Haase ein Problem ist, mit dem Ophthalmologen häufig
konfrontiert sind und die zu einem Politikum zwischen den Anhängern
der MKH und den Strabologen geworden ist. Die Erarbeitung wissenschaftlich
fundierter Ergebnisse zur Evaluierung der Methode ist daher von
großer praktischer Bedeutung. Hervorzuheben ist auch, dass
sich Frau Dr. Kromeier auch nach Abschluß ihrer Promotion
weiterhin wissenschaftlich und klinisch mit strabologischen Fragestellungen
beschäftigt. Dies zeigt auch ihre bereits heute recht beachtliche
Publikationsliste mit derzeit 5 Arbeiten als Erstautorin und 6
Arbeiten als Koautorin.
Herr Dr. Reinhard wurde 1971 in Berlin geboren.
Nach dem Abitur 1990 hat er zunächst in Berlin ein Physikstudium
aufgenommen und dann 1992 nach Tübingen gewechselt, wo er
1996 das Physikstudium mit dem Diplom beendet hat. Thema seiner
experimentellen physikalischen Diplomarbeit war der „Aufbau
und die Erprobung einer Laserstrecke zur Weiterentwicklung der
Scanning-Laser-Ophthalmoskopie“ an der Universitätsaugenklinik
Tübingen. Parallel zu seinem Physikstudium begann Herr Dr.
Reinhard 1995 das Studium der Humanmedizin in Tübingen, das
er 2001 abschloss. Seine Dissertation beendete er ebenfalls 2001.
Seit 2001 ist Herr Dr. Reinhard an der Universitätsaugenklink
Tübingen tätig, zunächst als Arzt im Praktikum,
und jetzt als Wissenschaftlicher Assistent.
Obwohl eine Reihung der Promotionspreise der Bielschowsky-Gesellschaft
nicht vorgesehen ist, soll angemerkt werden, dass die preisgekrönte
Arbeit von Herrn Dr. Reinhard äußerst aufwändig
erscheint. Auch die klinische Relevanz ist groß, da ein
jahrzehntelanger Streit um visuelle Phänomene bei Hemianopsien
mit dieser Arbeit beendet werden kann. Darüber hinaus beschäftigt
sich Herr Dr. Reinhard bereits seit geraumer Zeit mit methodologischen
Fragestellungen auf dem Gebiet der Neuroophthalmologie. Er arbeitet
auch nach Fertigstellung der Promotion an neuroophthalmologischen
Fragestellungen. Die Ergebnisse wurden und werden hochrangig wissenschaftlich
publiziert. Derzeit ist er bei 2 Arbeiten Erstautor und bei 5
Arbeiten Koautor.
Im Namen des Preiskomitees und der Bielschowsky Gesellschaft gratuliere
ich den Preisträgern und auch ihren Betreuern recht herzlich.
Ich wünsche Frau Dr. Kromeier und Herrn Dr. Reinhard weiterhin
eine erfolgreiche wissenschaftliche und auch klinische Arbeit
auf dem Gebiet der Neuroophthalmologie - Strabologie.
Prof. Dr. med. Birgit Lorenz
Vorsitzende der Bielschowsky Gesellschaft
Download
Dissertation
von Dr. Miriam Kromeier (ca. 2,3 MB) 
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