Bielschowsky-Gesellschaft für Schielforschung und Neuroophthalmologie

Wissenschaftspreis 2002

Der Preisträger 2002 der Bielschowsky-Gesellschaft für Schielforschung ist

Prof. Dr. med. Hermann Dieter Schworm

Der Preis, der mit 5000 € dotiert ist, wird für wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Störungen des Binokularsehens oder der Augenmotilität vergeben, in der Regel alle 3 Jahre. Der Preisträger darf zum Zeitpunkt des Erscheinens der letzten für die Vergabe relevanten Arbeit nicht älter als 45 Jahre gewesen sein. Der diesjährigen Preiskommission gehörten in alphabetischer Reihenfolge and: Prof. Dr. med. Joachim Esser, Essen; Prof. Dr. med. Birgit Lorenz, Regensburg (als 1. Vorsitzende der Bielschowsky Gesellschat), Prof. Dr. med. Hermann Mühlendyck, Göttingen, Prof. Dr. med. Walter Rüssmann , Köln (Vorsitzender der Preiskommission) und PD Dr. med. Wilhelm.

Herr Schworm wurde am 10. Mai 1959 in Gütersloh geboren. Nach dem Abitur 1977 in Berlin studierte er in Aachen und Heidelberg Humanmedizin. 1984 legte er das 3. Staatsexamen ab, 1985 erhielt er die Approbation als Arzt und promovierte zum Dr. med. Danach war er als Assistenzarzt zunächst in der Pathologie und anschließend bis 1989 an der Chirurgischen Klinik des Klinikums Mannheim tätig. Anschließend begann er seine Facharztweiterbildung in der Ophthalmologie zunächst an der Augenklinik der Universität Heidelberg unter Leitung von Herrn Prof. Völcker, 1992 wechselte er dann an die Augenklinik der Ludwig Maximilians Universität München, wo er unter Leitung von Prof. Kampik zunächst als Wissenschaftlicher Assistent, und nach seiner Anerkennung als Facharzt für Augenheilkunde von 1993 bis 2000 als Oberarzt in dem Bereich Orthoptik und Kinderophthalmologie unter Leitung von Herrn Prof. Boergen tätig war. 1999 habilitierte er sich mit dem Thema „Sakkadenanalyse bei Patienten mit endokriner Orbitopathie“. Im Oktober 2000 wurde er zum Professor auf Lebenszeit an die Augenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf berufen zur Leitung des Bereiches Ple- und Orthoptik. Herr Schworm hat mehrere Förderungen für seine wissenschaftlichen Tätigkeiten erhalten. Besonders hervozuheben ist ein Postdoktorandenstipendium der International Research Foundation for Children´s Eye-care, New York an dem renommierten Karolinska Institut Stockholm, Schweden, wo er seit 1998 zunächst als Postdoktorand und seit 2000 als freier Mitarbeiter und Gastwissenschaflter tätig ist. Bisher hat Herr Schworm 44 Artikel in medizinischen Fachzeitschriften publiziert, davon 22 als Erstautor.
Seit 1994 hat sich Herr Schworm wissenschaftlich mit der quantitativen Bestimmung der subjektiven und objektiven Verollung bei Gesunden und bei Patienten mit Obliquusstörungen beschäftigt sowie den Einfluß operativer Massnahmen auf die Verollungsparameter untersucht. Die Untersuchungen wurden zunächst in München und ab 1999 im Labor von G. Lennerstrand in Stockholm fortgeführt im Rahmen eines wissenschaftlichen Stipendiums, das Herr Schworm auf Grund seiner Leistungen zugesprochen bekam. Methodisch wurde zunächst mit dem Laser-Scanning-Ophthalmoskop, später mit dem Videookulographiegerät gearbeitet, da letzteres auch eine Untersuchung der dynamischen Veränderungen der Verrollung z.B. beim Kopfneigetest nach Bielschowsky erlaubt. Die Ergebnisse wurden in international angesehenen Zeitschriften veröffentlicht. Besonders hervorzuheben sind 2 Arbeiten, die in der international sehr hochangesehenen Zeitschrift Investigative Ophthalmology and Visual Science publiziert worden sind:

  1. Schworm HD, Eithoff S, Schaumberger M, Boergen K-P Investigations on subjective and objective cyclorotatory changes following inferior oblique muscle recession Invest Ophthalmol Vis Sci 38: 405-412 (1997)
  2. Schworm HD, Ygge J, Pansell T, Lennerstrand G Assessment of ocular counterroll during head tilt using binocular video oculography Invest Ophthalmol Vis Sci 43: 662-667 (2002)

Mit diesen Arbeiten hat Herr Schworm einen international anerkannten Beitrag zur modernen Strabologie geleistet.
Die Bielschowsky-Gesellschaft gratuliert Herrn Prof. Schworm sehr herzlich und wünscht ihm weiterhin eine erfolgreiche klinische und wissenschaftliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Strabologie und Neuroophthalmologie.

Regensburg, im September 2002,

Prof. Dr. med. Birgit Lorenz
Vorsitzende der Bielschowsky-Gesellschaft