Grußwort der Vorsitzenden
Sehr geehrte Kongressteilnehmerinnen und –teilnehmer,
als Vorsitzende der Bielschowsky-Gesellschaft begrüße
ich Sie sehr herzlich zu der 10. Tagung der Gesellschaft, die
dieses Jahr zum zweiten Mal auf bayerischem Boden ausgerichtet
wird. Die erste Tagung auf bayerischem Boden hatte 2001 in Regensburg
stattgefunden. Dass während meiner Amtszeit als Vorsitzende
der Gesellschaft eine Tagung in München zustande gekommen
ist, freut mich besonders, war ich doch 14 Jahre an der Augenklinik
der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig,
davon 10 Jahre als Oberärztin bei Herrn Prof. Boergen, dem
diesjährigen Gastgeber der Tagung. Herr Boergen hat meine
Begeisterung für die Strabologie und die Kinderophthalmologie
ganz entscheidend beeinflußt. Dafür möchte ich
ihm heute noch einmal sehr herzlich danken.
Danken möchte ich ihm aber auch, daß er, unterstützt
von seinen Mitarbeitern Frau Dr. Ring, Herrn PD Dr. Rudolph und
Herrn Dr. Ehrt, die Tagung in so exzellenter Weise organisiert
und ein wissenschaftlich außerordentlich anspruchsvolles
Programm zusammen gestellt hat. Darüber hinaus gebührt
auch allen anderen nicht namentlich genannten Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern großer Dank für die geleistete und
noch anstehende Arbeit. Nur so konnte wie auch in den Vorjahren
auf die Mithilfe von wesentlich teureren kommerziellen Kongreßorganisationen
verzichtet und der familiäre Charakter der Tagung erhalten
werden..
Nicht zuletzt dadurch ist es möglich, trotz des relativ kleinen
Budgets der Bielschowsky-Gesellschaft einen wissenschaftlichen
Förderpreis und seit 2003 auch Promotionspreise zu vergeben.
Die Preisverleihung ist dieses Jahr im Rahmen der Eröffnungssitzung
am Samstagmorgen vorgesehen.
Als Schwerpunktthemen der diesjährigen Tagung wurden von den
Organisatoren die Okulomotorik, die Amblyopie, die Kinderophthalmologie
und die Ophthalmogenetik gewählt. Dafür konnten namhafte
Wissenschaftler und Kliniker gewonnen werden, wobei die große
Zahl von lokalen Referenten den Standort München als herausragend
auf diesen Gebieten ausweist und belegt, daß hier interdisziplinäre
Forschung einen besonders fruchtbaren Boden bietet.
Das Programm zeigt, dass die Strabologie/Neuroophthalmologie eine
auch heute noch forschungsträchtige Spezialität in der
Ophthalmologie und Schnittpunkt für viele Nachbardiszipline
sein kann. Um so bedauerlicher ist, daß dieses in wirtschaftlicher
Hinsicht ohnehin wenig attraktive Spezialgebiet durch die zunehmend
fehlenden Perspektiven für Führungspositionen weiter
an Anziehungskraft verliert. Die Situation wird verschärft
durch die Etablierung neuer Spezialgebiete wie der refraktiven
Chirurgie, die in finanzieller und in wissenschaftlicher Hinsicht
attraktiv ist. Hier bleibt zu hoffen, dass es uns gelingt, die
Bedeutung des Faches Strabologie/Neuroophthalmologie unübersehbar
darzustellen, was ich als eine der Aufgaben der Gesellschaft ansehe.
Ich wünsche der Tagung einen erfolgreichen Verlauf und hoffe,
daß gerade der Standort München dazu beiträgt,
ein Signal zu setzen, den Bereich Strabologie/Neuroophthalmologie
in Zukunft so auszugestalten, dass das traditionell hohe klinische
und wissenschaftliche Niveau erhalten und weiter ausgebaut werden
kann.
Prof. Dr. med. Birgit Lorenz
Vorsitzende der Bielschowsky-Gesellschaft
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